Inhaltsverzeichnis:
- Anklage gegen Brüder aus Mannheim
- Beteiligung des Verdächtigen aus Hessen
- Ablauf des Verfahrens
- Festnahmen und Funde in Wohnungen
Anklage gegen Brüder aus Mannheim
Zwei Brüder im Alter von inzwischen 21 und 15 Jahren stehen wegen Verabredung zum Mord in Verbindung mit dem geplanten Erwerb einer Kriegswaffe vor Gericht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen sie sich bereit erklärt haben, gemeinsam ein Attentat auf sogenannte Ungläubige zu verüben. Ermittler gehen von einer gefestigten religiösen Ideologie aus.
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe sowie das Landeskriminalamt hatten zuvor erklärt, dass die Angeklagten Sympathien für die Terrororganisation Islamischer Staat entwickelt hätten. Sie sollen ein Sturmgewehr sowie Munition beschaffen wollen.
Beteiligung des Verdächtigen aus Hessen
Der dritte Angeklagte, ein 23-jähriger Deutsch-Türke aus Hessen, gilt als Unterstützer. Er soll die Brüder beim geplanten Anschlag logistisch unterstützt haben. In seiner Wohnung stießen Spezialkräfte auf ein Sturmgewehr, Munition und Propagandamaterial.
Bereits im Dezember wurden die Männer in einer gemeinsamen Aktion von Spezialeinheiten in Mannheim und Hessen festgenommen. Dabei stellte die Polizei auch weiteres Material mit Bezug zu Islamischem Staat sicher.
Ablauf des Verfahrens
Das Landgericht Mannheim hat 14 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Mitte November verkündet werden. Ausschlaggebend für den Ausschluss der Öffentlichkeit ist das Alter der Angeklagten. Zum Tatzeitpunkt waren sie 14, 20 und 22 Jahre alt.
Der Vorsitzende Richter erklärte, dass den jungen Männern bei öffentlicher Verhandlung erhebliche Nachteile für ihre persönliche, soziale und berufliche Zukunft drohten. Deshalb findet das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Festnahmen und Funde in Wohnungen
Die Festnahmen erfolgten im Dezember des Vorjahres. Ermittler entdeckten dabei umfangreiches Material. Dazu gehörten:
- Propagandaschriften mit Bezug zu Islamischem Staat
- Waffen, darunter ein Sturmgewehr
- Munition
Die Funde stützen die Anklage, dass die Gruppe einen Anschlag vorbereitete. Ermittler sehen in den Beweisen klare Hinweise auf eine geplante Tat.
Quelle: DIE ZEIT, webrivaig.com/de